Im Traum unsichtbar

Alle Lebewesen träumen, sagte mein Lehrer mir. Das war vor langer Zeit als ich noch zur Schule ging. Wir waren siebenundzwanzig Schüller, unser Lehrer war unser Guru und wir mochten ihn. Er war unkonventionell aber auch streng in seinen Lehrmethoden. Er lehrte uns altindische Geschichte und tamilische Literatur.

Kürzlich erwachte ich aus einem wunderbaren Traum und ich konnte an Einzelheiten aus diesem Traum noch erinnern. Ich befand mich in einem kunterbunten Dorf irgendwo in Indien oder in Sri Lanka. Die Leute sprachen eine der Zahlreichen Dialekte der alten Sprache Tamil. Vom Klang und von der Mimik mussten sie aus dem Stamm der Bauern sein. Die Strassen waren schmal und ich sah viele Reihenhäuser, die sehr bunt und kunstvoll gestrichen waren, jedes Haus in einer anderen Farbe. Die Farben widerspiegelten die Farbe der Natur. Grün wie die Mangoblätter, rot, grün, gelb und weiß wie die Bananen die dort wachsen. Die Fenstern und Türen waren in grellem Orange oder Pink gestrichen. Über den Türen waren die Namen der Häuser zu lesen, unter der Ausbuchtung der Öllampen war der Name der Familie in kindlicher Schrift geschrieben.

Die meisten Häuser waren klein, vermutlich nur 60qm groß, nur ein paar Häuser hatten ein Stockwerk. Jedes Haus hatte am Eingang ein Mandala, genannt Kolam, meist in weißer Farbe auf der Straße gemalt.

Die Kinder spielten, jagten sich gegenseitig, rannten schreiend quer durch die Straßen und spielten Verstecken. Die Erwachsenen waren im Gespräch mit Nachbarn oder verhandelten mit einem Straßenverkäufer. Ich sah ein paar Männer in einem Tea-Shop versammelt und genüsslich den Chai trinken. Der Chai-Verkäufer war damit beschäftigt schwungvoll seinen Chai von der Kanne in ein kleines Trinkglas zu gießen, dabei entstand einen Bogen aus einem Strahl des heißen und köstlichen Chai.

Die Frauen in ihren traditionellen Saris waren dabei etwas zu kochen oder waren mit den Kindern beschäftigt, einige saßen unter einem Banian Baum und erzählten etwas oder hörten anderen Frauen zu. Die lautstarken Kinder haben sie anscheinend gar nicht wahrgenommen.

Ich war überall da, betrachtete die Leute und lächelte über die kindlichen Späße. Irgendwann aber bemerkte ich, dass die Menschen mich nicht wahrnahmen als ob ich unsichtbar wäre, ich erschrak bei diesem Erkenntnis und wachte plötzlich auf.

Und… auch schonmal so etwas geträumt? Bitte kommentieren hier unten, würde mich sehr freuen. 🙂

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