Lieblingsplätze, einen Gruß von mir an den Norden

Dort, wo ich mich jetzt gedanklich befinde, da wohnt meine Kindheit und Jugend. Dort ist ein Teil meines Lebens fest verankert.

Meist jagen Winde und wilde Wolken über das Land.  Flach und weit liegt der Ort, von dem ich Dir  im Norden Schleswig Holsteins erzähle, vor mir. Stille und innige Tiefe zur Natur kannst Du dort noch finden und erfahren. Die Gegend ist dünn besiedelt und zum Meer ist es nicht weit.

Ich liebe das Meer wie meine Seele, denn das Meer ist meine Seele    – Heinrich Heine

Wellen kommen und gehen, ewig bewegt sich das Meer

Ja, dem Meer konnte ich stundenlang zusehen. Ebbe und Flut kommen und gehen, wie eh und je, genau wie die Spaziergänger und Urlauber am Strand. Oft bilden sich Schaumkronen auf den sich im Meer kräuselnden Wellen und einzelne Fischerboote fahren hinaus. Ich sehe es geradezu bildlich vor mir.

Im Winter wird es am Meer oft  einsam und Du hörst nur die Stimmen der Möwen und das wilde Geheul des Windes. Aber manchmal an stillen Abenden mit klarem Himmel taucht die Sonne in das Meer ein und es entsteht eine endlose goldene Fläche, in dem das sich langsam brechenden Licht mit den leis hinplätschernde Wellen erst rot dann golden widerspiegelt. Dann erfährst Du eine tiefe Stille und eine tiefe Ergriffenheit zur Natur.

Aber auch Bauernhöfe mit großen Weide- Landflächen mit Schafen und Kühen findest Du dort. In angrenzenden einsamen Wegen ergießt sich im Frühjahr ein ganzes Meer von weißen Buschwindröschen, die Dir ihre Köpfe entgegenstrecken und Dich zu einem Spaziergang einladen. Im Sommer bilden für Dich große Bäume, die diesen Weg säumen wie eine Allee, Dir ein wunderschönes Dach über Deinen Kopf, das Dich verbirgt und schützt.

Auch wenn diese Gegend jetzt so einige hundert Kilometer  vom mir entfernt liegt, kann ich diese Bilder jeder Zeit abrufen und ein inniges Gefühl bleibt dann präsent.

Man sieht leuchtende Sternschnuppen nur dann, wenn sie vergehen – Friedrich Hebbel

Ich habe jetzt eine neue Heimat gefunden und muss nicht ständig dort sein , denn jedes Ding hat seine Zeit, aber diese Landschaft erinnert mich an meine Kindheit und Jugend und ich bleibe ihr innig und ewig verbunden, denn dort wo sich die Wurzeln eines Menschen gebildet haben, bleibt ein Teil von ihm zurück.

Es zieht mich immer wieder zu einem Besuch oder einer gedanklichen Verbindung in den Norden hin, auch wenn es jetzt andere  Plätze und Orte gibt, die ich ebenfalls liebe.

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte ein milder Stern herniederlacht, vom Tannenwalde steigen Düfte und hauchen durch die Winterlüfte, und kerzenhelle wird die Nacht – Theodor Storm

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3 Antworten auf Lieblingsplätze, einen Gruß von mir an den Norden

  1. Ute Jautelat sagt:

    Ich sehe die Landschaft und den Sonnenuntergang richtig vor mir und kann nachempfinden, welche Gefühle sie auslösen. Ich wäre jetzt gespannt auf Geschichten, die sich hier abgespielt haben, kleine Abenteuer usw.
    Der Text macht Lust auf mehr.

  2. Anonymous sagt:

    Wunderschön und sehr ergreifend

    • Ute Jautelat sagt:

      Ich danke allen Menschen die mir eine Rückmeldung gegeben haben.
      Ich habe mich sehr gefreut. Es idtceine ganz tollev
      Schreibgruppe, in der ich mich engagieren darf.
      Euch allen frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr.

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