Wie eine Tasse Tee eine ganze Nation bewegte

Liebe Tee-Trinker,

heute gibt es mal keine Geschichte von mir. Stattdessen berichte ich mit Freude über ein Projekt, das für sich selbst spricht und zeigt, was miteinander Tee trinken wirklich bewirken kann. Außerdem hat es mich sehr an uns erinnert ;-). Die Kampagne findet in Norwegen statt und hat bewirkt, dass die muslimische Gemeinde und einheimische Norweger aufeinander zugegangen sind.

„Wie eine Tasse Tee eine ganze Nation bewegte: Norwegen setzt auf Tee gegen Rassimus“

teatime1

https://www.facebook.com/teatime

Angeheizt durch negative Medienerstattung und ein weitgehend isoliertes Nebeneinander, drifteten die muslimische Community und die einheimische Bevölkerung in Norwegen leise aber stetig auseinander. Manchmal jedoch lassen sich die größten Herausforderungen mit einer einfachen Einsicht überwinden: wir fanden heraus, dass es einer einzigen Kontaktaufnahme bedurfte um Vorurteile und Grenzen abzubauen. Deshalb suchten wir nach einer Möglichkeit, wie einheimische Norweger mit ihren muslimischen Nachbarn zusammenkommen könnten. Also entwickelten wir eine Einladung der muslimischen Gemeinde gerichtet an die ganze Bevölkerung in Form eines traditionellen islamischen Willkommensgrußes: einer Tasse Tee und der Gelegenheit, Muslime und ihre Familien daheim zu besuchen. Durch diese Einladung sprachen wir das Familiengefühl an, das in Norwegen allgemein hochgeschätzt wird. Die Einladung selbst lautete: „Kann ich Sie zu mir daheim auf eine Tasse Tee einladen?“ Zusammen mit den muslimischen Gemeinden stellten wir unzählige Freiwillige auf die Beine, die sich bereit erklärt hatten, Norweger bei sich zu Hause zu empfangen. Gleichzeitig machten wir in den Medien Werbung für unsere Aktion. Wir wendeten uns an Prominente und sogar an die königliche Familie und baten um ihre Unterstützung und Anwesenheit auf Events um eine höhere Aufmerksamkeit in den Medien zu bekommen. Mit Hilfe der Social Media wie Facebook halfen wir den muslimischen Familien und ihren Besuchern zusammenzukommen. Auch in der Nähe muslimischer Kulturzentren wurden Einladungen an die Bevölkerung geschickt um möglichst vielen den Kontakt zu den Gemeinden zu ermöglichen. Bei unseren Tee-Parties luden landesweit 200 muslimische Familien über 1000 Norweger zu sich ein. Sogar die Königin kam vorbei. Die norwegische Prinzessin schrieb auf Twitter, dass sie heute durch Tea-Time neue Freunde kennengelernt habe und dass dies alle tun sollten. Das Echo in den Medien, auf allen großen TV-Sendern und in der lokalen und nationalen Presse war überwältigend. Die norwegische Regierung war so beeindruckt, dass sie jetzt die norwegische Anti-Rassismus-Kampagne auch für zukünftige Tea-Parties fördert und unterstützt. Aber das Allerwichtigste war, dass die Kampagne die Einstellung der Norweger gegenüber Muslimen deutlich verändert hat: Statistiken zeigten, dass Ressentiments gegenüber Muslimen dadurch landesweit um 40% gefallen waren. Ist es nicht erstaunlich, was eine Tasse Tee bewirken kann? „Wenn Christen und Muslime aufeinander treffen, bin ich mir sicher, dass sie Freunde werden können. Gute Freunde.“

Das Video dazu findet ihr hier.

http://www.youtube.com/watch?v=C6fBnjD3XkY

 

 

Über akrizano

Ein Stückwerk aus kroatischen Eltern, bosnischen Wurzeln und schwäbischen Spätzla, weit gereiste und unerschrockene Geschichtenerzählerin
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7 Antworten auf Wie eine Tasse Tee eine ganze Nation bewegte

  1. Lydia sagt:

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      Cheers

  2. Mesude sagt:

    …beeindruckt bin ich auch, selbst meine Familie. Die Kinder vor allem Miray hat die Tee-Zeremonie wahrlich genossen. Es war richtig toll und abwechslungsreich. Wann ist denn die nächste Tee-Zeremonie „Frage von Miray“:-)

    Was Integraton betifft, die ist schon längst angekommen und blüht weiter auf.

    Liebe Angelka ich bin guter Dinge. Es werden, wie der Sinn unseres Treffen ist, viele nette persöhnlichkeiten hinzu kommen.

    Bald möchte ich auch mit meiner Geschichte beginnen und bedanke mich für die tolle Atmosphäre und für die Inspiration, seine eigene Geschichte zu schreiben.
    Danke Danke Danke…

    Viele Grüße
    Mesude

  3. Anonymous sagt:

    Schööönnn…

    Na dann, vielleicht wird es ja weiter fortgeführt und lauter Teezeremonies entstehen?

    VG
    Mesude

  4. tempeltänzer sagt:

    wow, ich bin beeindruckt, das ist die tea-party des Jahres. Danke akrizano für diese Info.
    Ich wünsche und hoffe, dass auch die restlichen Länder die Idee der Norweger folgen und ähnliche Parties veranstalten damit die Menschlichkeit siegt.

    • Anonymous sagt:

      Die Idee finde ich supper!
      Ich bin davon überzeugt, dass muslim sein etwas ganz tolles und positives an sich hat.
      Muslim sein bedeuted den anderen respektieren und immer mit Liebe entegegenkommen wenn man mal etwas negatiteves erlebt hat.
      n einer Sage heißt es „Wenn dir jemand etwas Böses tut, dann bestraf ihn/sie indem du ihm/ihr mit Liebe entgegen kommst“.
      Was die Norweger begonnen haben, kann mann überall weiterführen;-)
      Wie wärs?

      • akrizano sagt:

        Mit Liebe bestrafen. 🙂 Find ich gut, anonymous.

        Und wir führen das ja hier ähnlich wie die Norweger: die Tee-Zeremonie ist nicht nur diese Blog-Seite, sie besteht tatsächlich aus interkulturellen Treffen, bei denen Menschen aus verschiedenen Kulturen und Religionen zusammenkommen und erzählen, einander zuhören und sich gegenseitig inspirieren. Und wir wollen größer werden ;-).

        Danke für dein Kommentar! akrizano

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