Unser kleines Lädle …

Heute Morgen ging ich, wie so oft, zum Lädle. So heißt unser kleiner Tante Emma Laden. Dort kann man alles fürs Frühstück bekommen. Frische Brötchen, frisches Obst, Käse, Frühlingsquark, Kaffee, Milch, Eier, Tomaten und Getränke. Ich musste nur das Tor unserer Wohnanlage aufmachen, die wir gerne das Vier-Alleen-Viertele nennen, und schon sah ich unser Lädle.

In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Seniorenheim. Aus diesem Grund nimmt man sich Zeit für ein Schwätzchen und die Menschen werden fürsorglich bedient.   

Man wird von einer der freundlichen Damen, die dort ehrenamtlich arbeiten, per Namen begrüßt. Ich stand vor dem Kaffeeregal und starrte die Kaffeefilter-Schachteln an, denn es waren drei Sorten, gleiche Menge, aber sie kosteten €2,29, € 1,49 und €0,69. Da kam die Verkäuferin und riet mir, die günstigste zu nehmen, denn sie seien alle gleich, nur die Verpackung und die Marke wären anders. Sie kaufe sie selbst auch. Ich musste schmunzeln und freute mich wie ein Schwabe ;-).

„Meine Tochter ist wieder zu Besuch, sie ist Vegetarierin, ich brauche mehr Brötchen und Laugencroissant“, sagte ich ihr und nahm den Camembert, die kolorierten Eier, Laugenbrötchen und andere Sachen, die ich regelmäßig einkaufe. Ich mag die Laugenbrötchen nicht, sie schmecken mir nicht. Dafür aber Vollkorncroissant, Mohnbrötchen und dunkle Sesambrötchen. Mit meinem zehn Euro Schein konnte ich nicht alles bezahlen. „Das macht nichts, zahlen Sie halt das nächste Mal“, sagte die freundliche Verkäuferin, schrieb etwas auf ein Kuvert und legte es in die Kasse.

„Danke, sehr nett, schönen Tag Ihnen“, sagte ich und ging hinaus. Ist es nicht schön, das man bekannt ist, kreditwürdig ist, Vertrauen und Freundlichkeit spürt?    

🙂

Über suresh

Ich bin Inder und deutscher Staatsbürger. Als patriotischer Weltbürger pendele ich zwischen beiden Heimaten und fühle mich dabei sehr wohl. Ich versuche, in beiden Welten mein Zuhause zu finden. Mit Wahrem und Erlebtem aus meinem Leben schreibe ich Geschichten in „Migranten-Deutsch“. In reinem, ganz fehlerfreiem Deutsch zu schreiben, habe ich noch nicht gelernt, es fällt mir schwer. Mein Ziel ist aber, mit unterhaltsamen Erzählungen zur interkulturellen Völkerverständigung beizutragen, auch um Missverständnisse möglichst auszuräumen. Wenn ich dadurch bei den Lesern Friede und Freude erzeugen kann, dann bin ich zufrieden. Die Eierkuchen müssen sie schon selbst backen ;-) Ich denke "Ethik ist eingebaut - Religion ist eingebracht" 'Connecting Cultures' ist meine Aufgabe. 'Helfe um geholfen zu werden' ist mein Motto.
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