Der Traum als Erlebnis !

Vor einigen Tagen erwachte ich langsam aus meinem Traum. Es muss so gegen sechs Uhr morgens gewesen sein. Ich war noch nicht ganz wach, dennoch erkannte ich, dass ich träumte. Der Traum brach nicht ab, also im halbwachen Zustand träumte ich weiter. So etwas habe ich noch nie vorher erlebt oder so wahrgenommen.

Es war ein spannender Traum und ich wollte weiterträumen. Bevor ich richtig wach wurde, musste ich wohl wieder eingeschlafen sein, denn ich war wieder in meinem Traum. Als ich dann um 08:38 erneut aufwachte, konnte ich mich noch an diesen Traum erinnern und wollte später die Einzelheiten aufschreiben.

Seitdem ich Rentner bin, stehe ich auf, wenn ich wach bin. Ich stelle keinen Wecker mehr. Ohne Wecker aufstehen, das habe ich mir in meinem 45-jährigen Berufsleben immer gewünscht. Meine ehrenamtlichen Termine heutzutage oder die für meine Gesundheitspflege vereinbare ich nach meinem Belieben und zu meinem Komfort.

Ich setzte mich auf den Bettrand, streckte mich und machte meine morgendlichen Rituale. Es ist eine Art Yoga-Biegungen. In diesem Traum ging es um irgendetwas Alltägliches und es ging um eine knifflige Angelegenheit. Trotz aller Anstrengungen, mich an das Thema oder an meine Argumente zu erinnern, verblassten sie. Was wollte dieser Traum mir sagen, fragte ich mich.

Nach den gängigen Baderitualen, trieb meine morgendliche Kaffeesucht mich in die Küche. Ein Blick aufs Display meines Smartphones wies mich auf die über 50 Whatsapp-Meldungen hin. Nein, Kaffee hat Priorität, sagte ich mir, aber der leere Kühlschrank zwang mich, Richtung Lädle zu latschen.

Man kennt mich im Lädle. Die Damen im Lädle kennen mich, begrüßen mich mit meinem Namen und nehmen sich Zeit für ein Schwätzchen. Seit kurzem bieten sie keine vegetarischen Würste und Salami mehr, weil außer mir sonst niemand das kauft. Aber sie empfahlen mir Käse, Brotaufstrich, gekochte Eier und allerlei.

Während des kurzen Spaziergangs zurück zur Wohnung musste ich an das seltsame Traumerlebnis denken. Es ist doch eigenartig zu erkennen, dass ich beim Täumen war und die Fortsetzung gelang auch noch. Schade nur, dass über die Handlung dieses Traumes nichts im Gedächtnis blieb.

Es könnte auch sein, dass ich psychisch nicht ganz fit bin, dachte ich. Aber es beunruhigte mich keineswegs, ich betrachtete und begann mich zu analysieren als ob ich ein Fremder wäre.

Drei Monate vor dieser Traum-Erfahrung war ich in meiner Urheimat Indien. Bereits dort stellte ich eine Veränderung meines mentalen Zustandes fest. Es war eine schöne, beruhigende und innere Einstellung, die mich zufriedenstellte.

Als ich in meine Wahlheimat Deutschland zurückkehrte, bemerkten meine Familienmitglieder nichts Außergewöhnliches an mir, denn sie kennen mich von allen Seiten. Meine Freunde aber sagten mir, dass ich wesentlich ruhiger und nachdenklicher wirke. Ein guter Freund bemerkte, dass ich alles intensiver anschauen und aufmerksamer zuhören würde. Ich grinste und nickte zustimmend, es war mir selbst auch aufgefallen.

„Das liegt am Alter“, mutmaßte ich, aber als ich mich dies sagen hörte, klang es albern.

Es ist geschah nichts Ungewöhnliches in Indien. Ich hatte traditionelle Feste erlebt, an einer Hochzeit und an einer Beerdigung teilgenommen, alles was halt zum Leben gehört. Allerdings war ich außergewöhnlichen Menschen begegnet und hatte deren Charakteren bewundert.

Wenn ich in Indien bin, schreibe ich normalerweise seitenweise Erinnerungen, Erlebtes und Geschichten. Eine gute Freundin fragte mich per Whatsapp, ob ich auch dieses Mal ein Büchlein herausbringen würde.

Keine einzige Zeile schrieb ich während der drei Monate in Indien. Aber ich sprach mit vielen, vielen Menschen, las jeden Tag und verschlang Bücher in allen drei Sprachen, die ich kenne.

Wenn Ihr die nächsten Zeilen lest, werdet Ihr vielleicht sagen, dass eine geistige Schraube bei mir locker geworden ist 😉

Einige Tiere in Indien verhielten sich ein wenig sonderbar mit mir. Die Raben zum Beispiel flogen nicht krähend weg, als ich auf die Terrasse kam. Wenn ich ihnen von den Essensresten etwas auf die Mauer legte, blieben sie auf der Mauer sitzen, aßen sich satt und schauten mich an, als ob sie fragen würden, wie es mir geht.

Eine streunende Katze aus der Gegend brachte einen Fischkopf, den sie irgendwo ergattert hatte, auf die Terrasse, legte ihn in meiner Nähe ab und schaute mich freundlich an.

Der Nachbarshund, der sonst jeden anbellt, knurrte, als ich am Haus vorbei ging und bellte nur leicht. Es hörte sich wie eine Begrüßung an. So, als ob er sich nach meinem Befinden erkundigen wollte.

Warum die Kuh, die auf der verkehrsreichen Straße saß und den Verkehr blockierte aufstand, als sie mich sah und mir folgte, kann ich absolut nicht erklären.

Vielleicht waren tatsächlich ein paar Geistesschrauben bei mir locker.

Ganesha sei Dank, solche sonderbaren Erlebnisse waren selten und geschahen in Deutschland nicht. Vermutlich, weil es hier wenig Kühe gibt, die auf der Straße stehen und falls doch, kennen sie ja vielleicht die Verkehrsregeln…!? 😉

Vor einigen Tagen traf ich eine der Co-Organisatorinnen unserer Internationalen Meetup Gruppe hier in Ludwigsburg. Die meisten der 1300 Mitglieder sprechen Englisch. Auch mit der Co-Org sprach ich in Englisch, sie stellte fest, dass ich etwas verändert bin. Eine Weile nach unserer Begegnung fragte sie mich: „Everytime when you return from India you are darker but this time there is something else too, you are calmer and thoughtful. What happened?“

Ich erwiderte, dass auch ich es selbst in mir festgestellt und keine Erklärung dafür hätte.

Nach einer Pause sagte ich: „You know, recently strange things happened to me, while dreaming I recognised that I was dreaming and could follow the dream while half awake.“

„Oh, you had a lucid dreaming experience“, antwortete sie spontan.

„What? what’s that?, wollte ich wissen und sie erklärte mir, dass es sich um einen Klartraum oder luziden Traum handelt, in dem der Träumer seinen Traum bewusst wahrnimmt. Und dass man es sich antrainieren kann, bewusst zu träumen. Ich spitzte meine Ohren und hörte aufmerksam zu.

Seit dieser Zeit habe ich den Klartraumzustand ein paar Mal erlebt und ich träume keine irrealen oder verrückten Träume mehr. Ich versuche auch nicht mehr, mich mit aller Kraft an die Träume zu erinnern. Auch will ich nicht die Technik des bewussten Klarträumens erlernen.

Nun liebe Lesende, habt ihr es auch schon einmal erlebt? Schreibt, kommentiert, auch anonym, wenn Ihr wollt. Das würde mich sehr interessieren.

Schöne angenehme Träume wünsche ich Euch.

8 Antworten auf Der Traum als Erlebnis !

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