Die indische Eier legende Wollmilchsau !

‘Was du willst ist eine Eier legende Wollmilchsau’, entgegnete ich meinem Freund, als er mich um einen Rat fragte. Er wollte all seine Daten auf dem Internet lagern, sie mit anderen teilen, bei Bedarf unterwegs auf jeglichen Druckern ausdrucken und diese Aufträge verbal erteilen. Das, was er sonst noch haben wollte, muss noch erfunden werden!

‚Wie bitte, was will ich?, fragte er, weil er von diesem Fabeltier noch nie gehört hatte. Nach meiner Beschreibung konnte er sich ein solches Tier vorstellen und musste lachen.

Auch in Indien haben sie ein Pendant mit dem Namen ‚Kamadhenu*, das man vor tausenden Jahren erdacht und sich gewünscht hat. Das ist kein Tier, sondern ein freundliches, liebevolles und hübsches Wesen mit einem schönen weiblichen Oberkörper und dem Leib einer Kuh, außerdem hat es Flügel. Wenn du ihr begegnest, schenkt sie dir alles Gute, was du dir wünschst. Ist doch ein fabelhaftes Wesen, nicht wahr?

440px Batu Caves Kamadhenu 300x289 Die indische Eier legende Wollmilchsau !Die alten Inder aus der vedischen Zeit haben außerdem einen ‚Wünsch dir was Baum‘ erfunden, genannt ‚Kalpaka Vruksha‘, der dir alles erfüllt, was du dir ausdenkst. Als Kind wünschte ich mir einen solchen Baum. Aber meine Leute warnten mich davor und erzählten mir folgende Geschichte:

Als die Menschen sich von diesem Baum allerlei Gutes und Böses wünschten und damit Unfug betrieben, nahm Indra, der Gottkönig des Paradieses, diesen Baum zu sich und behütete ihn in seinem Garten.

Eines Tages verirrte sich ein müder Wanderer ins Paradies und ruhte sich ausgerechnet unter diesem Baum für ein kleines Nickerchen aus. Er wusste nicht, dass er sich unter dem Kalpaka Vruksha befand. Als er sich auf das Gras, das sich sanft wie Seide anfühlte, niederlegte, wünschte er sich all das Gourmetessen, das er immer essen wollte und woops, alles wurde ihm aufgetischt. Auch einen doppelten Espresso und eine Eiscreme mit Honig und Datteln als Nachtisch standen da. Als er es genoss erkannte er, dass er sich unter dem ‚Wünsch dir was‘ Baum befand und dachte, es wären Geister am Werk und machte sich Sorgen, dass sie kommen würden. Und tatsächlich, die, welche er erdacht hatte, kamen. Er erschrak, schrie laut, erwachte zitternd aus seinem Traum und lief von dem Baum schnell weg. Aus sicherer Entfernung drehte er sich um, schaute nach dem Baum und entdeckte, dass auf diesem Baum einige Affen saßen.

Der Wanderer wunderte sich und lief weiter. Unterwegs begegnete er einem Weisen im Garten und fragte, wieso die Affen keinerlei Probleme mit diesem Baum zu haben schienen. Da erwiderte der Weise, dass die Affen cleverer als die Menschen seien und sie hätten sich ‚nichts zu wünschen‘ gewünscht! Und seither würden sie die Früchte des Paradiesgärtchens genießen.

Die Affen können vieles, was wir Menschen nicht können, aber den Menschen empfehle ich nicht ‚ ‚sich nichts zu wünschen‘, sagte der Weise und ging schmunzelnd weiter. Der Wanderer jedoch stand noch einer Weile dort und dachte über das, was der Weise ihm gesagt hatte, nach.

Seit meiner Kindheit habe ich in den letzten Jahrzehnten oft an ‚Kalpaka Vruksha‘ gedacht. Gautama Buddha soll gesagt haben, dass wir das werden, was wir intensiv denken und uns vorstellen. Ist es eine Art Selbstprogrammierung? Das würde im Klartext bedeuten, dass wir selbst ein ‚Wünsch dir was‘ Wesen sind. Oder etwa nicht?

Auch im christlichen Abendland hat man solche Bäume, die man allerdings zu Weihnachten nach Hause holt und manchmal kommt der Weise mit einem Sack nach Hause und bringt fast alles, was die Menschen sich wünschten, nicht wahr!

*Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Kamadhenu

Über suresh

Ich bin Inder und deutscher Staatsbürger. Als patriotischer Weltbürger pendele ich zwischen beiden Heimaten und fühle mich dabei sehr wohl. Ich versuche, in beiden Welten mein Zuhause zu finden. Mit Wahrem und Erlebtem aus meinem Leben schreibe ich Geschichten in „Migranten-Deutsch“. In reinem, ganz fehlerfreiem Deutsch zu schreiben, habe ich noch nicht gelernt, es fällt mir schwer. Mein Ziel ist aber, mit unterhaltsamen Erzählungen zur interkulturellen Völkerverständigung beizutragen, auch um Missverständnisse möglichst auszuräumen. Wenn ich dadurch bei den Lesern Friede und Freude erzeugen kann, dann bin ich zufrieden. Die Eierkuchen müssen sie schon selbst backen ;-) Ich denke "Ethik ist eingebaut - Religion ist eingebracht" 'Connecting Cultures' ist meine Aufgabe. 'Helfe um geholfen zu werden' ist mein Motto.
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